Vier 1/2-Zoll-Akku-Schlagschrauber im technischen Vergleich
Die vier Geräte unterscheiden sich nicht nur beim beworbenen Maximalwert. Entscheidend sind Anzieh- und Lösemoment, Leistungsstufen, Drehzahl, Gewicht sowie die Frage, ob Akku und Koffer enthalten sind. Hersteller messen Drehmoment nicht zwingend unter identischen Bedingungen; die Werte sind deshalb eine Größenordnung und kein unabhängiger Labortest.
| Modell | Max. Anziehmoment | Max. Lösemoment | Stufen / Leerlaufdrehzahl | Gewicht | Lieferumfang der Variante |
|---|---|---|---|---|---|
| Makita DTW1002Z | 1.200 Nm | 1.600 Nm | 3 Stufen; 0–900 / 1.000 / 1.800 min⁻¹ | ca. 3,3–3,7 kg mit Akku, je nach Akku | Z: ohne Akku, Ladegerät und Koffer |
| DeWalt DCF900NT-XJ | 1.396 Nm | 1.898 Nm | 3 Geschwindigkeitsstufen plus Precision-Wrench-Modus; bis 2.300 min⁻¹ | 2,9 kg ohne Akku | NT: ohne Akku und Ladegerät, mit TSTAK-Koffer |
| Bosch Professional GDS 18V-1000 C | 1.000 Nm | 1.600 Nm | 3 Drehzahl-/Drehmomentstufen; bis 1.750 min⁻¹ | ca. 2,9 kg ohne Akku | Solo-Ausführung abhängig von Bestellnummer; Zubehör prüfen |
| Einhell IMPAXXO 18/400 | 400 Nm | Hersteller bewirbt bis 500 Nm Lösemoment | Elektronisch regelbar; bis ca. 2.100 min⁻¹ | ca. 2,0 kg ohne Akku | Solo: ohne Akku und Ladegerät; Stecknuss-Set je nach Angebot prüfen |
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Makita DTW1002Z: 1.200 Nm mit drei klaren Leistungsstufen
Makita gibt für den DTW1002Z maximal 1.200 Nm Anziehmoment und 1.600 Nm Lösemoment an. Drei Leistungsstufen begrenzen Drehzahl und Schlagzahl: 0–900, 0–1.000 und 0–1.800 U/min sowie 0–1.800, 0–2.000 und 0–2.200 Schläge/min. Damit lässt sich das Gerät besser an unterschiedliche Schraubengrößen anpassen als ein reiner Ein-Stufen-Hochdrehmomentschrauber.
Mit 229 mm Gehäuselänge und ungefähr 3,3 bis 3,7 kg inklusive Akku ist der Makita groß und schwer. Er ist für M12–M30-Standardschrauben beziehungsweise hochfeste Schrauben bis M24 spezifiziert. Für wiederkehrende schwere Montagearbeiten ist das sinnvoll; für kleine Schrauben, enge Motorräume oder langes Arbeiten über Schulterhöhe ist er unnötig massig. Die Z-Ausführung enthält weder Akku noch Ladegerät noch Koffer.
DeWalt DCF900NT-XJ: stärkster Tabellenwert und kontrollierter Ansetzmodus
DeWalt nennt 1.396 Nm maximales Anziehmoment und bis zu 1.898 Nm Lösemoment. Damit führt der DCF900 die Herstellerwerte dieses Vergleichs an. Neben drei Geschwindigkeitsstufen besitzt er den Precision-Wrench-Modus: Beim Anziehen wird die Geschwindigkeit vor dem endgültigen Festziehen reduziert; beim Lösen wird nach dem Freikommen der Schraube abgebremst. Das verbessert die Kontrolle, ersetzt aber keine Endkontrolle mit dem Drehmomentschlüssel.
Der Kopf ist 223 mm lang, das Gerät wiegt ohne Akku rund 2,9 kg. Mit großem XR-Akku liegt das Arbeitsgewicht deutlich darüber. Die NT-Ausführung wird üblicherweise im TSTAK-Koffer geliefert, jedoch ohne Akku und Ladegerät. Das ist ein wichtiger Preisunterschied zur nackten Karton- oder Solo-Variante anderer Hersteller.
Bosch GDS 18V-1000 C: 1.000 Nm, drei Stufen und konfigurierbare Modi
Bosch Professional weist 1.000 Nm Anzieh- und 1.600 Nm Lösemoment aus. Drei werkseitige Drehzahl-/Drehmomentstufen erleichtern die Begrenzung der Leistung. Bei der C-Version können Funktionen über das Connectivity-Modul beziehungsweise die Bosch-App angepasst werden, sofern das benötigte Modul in der konkreten Ausführung vorhanden oder separat ergänzt wird.
Der Bosch ist mit ungefähr 2,9 kg ohne Akku ebenfalls ein Hochdrehmomentgerät und kein kompakter Allzweckschrauber. Seine Stärke liegt weniger im höchsten Zahlenwert als in der Kombination aus 1.600 Nm Lösereserve, einstellbaren Arbeitsmodi und dem Bosch-Professional-18V-System. Lieferumfang und Bestellnummer müssen genau geprüft werden: Solo-, L-BOXX- und Setvarianten unterscheiden sich deutlich.
Einhell IMPAXXO 18/400: leichter, günstiger und eine andere Leistungsklasse
Der Einhell ist kein direkter Hochdrehmomentgegner zu den drei Profi-Geräten. Sein maximales Anziehmoment liegt bei 400 Nm; für das Lösen nennt der Hersteller bis zu 500 Nm. Das reicht für viele Pkw-Radwechsel und typische Heimwerkerarbeiten, bietet aber wesentlich weniger Reserve bei korrodierten, großen oder industriellen Verschraubungen.
Dafür wiegt das Solo-Gerät ungefähr 2,0 kg und ist damit spürbar handlicher. Die Drehzahl wird elektronisch über den Schalter geregelt. Der IMPAXXO ist vor allem dann wirtschaftlich, wenn Power-X-Change-Akkus bereits vorhanden sind. Vor dem Kauf sollte der konkrete Lieferumfang kontrolliert werden: Unter ähnlichen Bezeichnungen werden Solo-Gerät, Koffer- und Stecknuss-Sets angeboten.
Quellenbasis: Herstellerseiten und technische Produktunterlagen von Makita, DeWalt, Bosch Professional und Einhell; geprüft am 18.09.2026. Gewicht und Lieferumfang beziehen sich auf die jeweils genannte Ausführung und können durch Akku- oder Setvarianten abweichen.
Die Modellunterschiede auf den Punkt gebracht
- DeWalt: höchste Herstellerwerte mit 1.396/1.898 Nm und zusätzlichem Precision-Wrench-Modus.
- Makita: 1.200/1.600 Nm, drei klar dokumentierte Stufen und sehr breiter Schraubenbereich, aber hohes Arbeitsgewicht.
- Bosch: 1.000/1.600 Nm sowie konfigurierbare Arbeitsmodi; interessant für bestehende Bosch-Professional-Akkus.
- Einhell: nur 400/500 Nm, dafür leichter und für viele gelegentliche Pkw- und Heimwerkeraufgaben ausreichend.
Für Pkw-Radschrauben: Mehr Drehmoment ist nicht automatisch besser
Ein typisches Pkw-Rad wird je nach Fahrzeug häufig mit ungefähr 100 bis 160 Nm angezogen. Ein Gerät mit über 1.000 Nm ist dafür nicht erforderlich, kann aber beim Lösen festsitzender Schrauben Reserven bieten. Entscheidend ist die Kontrolle: Radschrauben nur lösen beziehungsweise vorsichtig anlegen und anschließend über Kreuz mit dem vom Fahrzeughersteller vorgeschriebenen Drehmoment festziehen.
Beim saisonalen Radwechsel hilft außerdem unsere Checkliste zum winterfesten Auto, auch Reifen, Batterie und weitere Winterausrüstung zu kontrollieren.
Auto-Stopp- oder Präzisionsmodi reduzieren das Risiko des Überdrehens, sind jedoch keine kalibrierten Drehmomentfunktionen. Korrosion, Gewindezustand, Akkuladung und die verwendete Nuss verändern das Ergebnis.
Kraftstecknüsse und Vierkantaufnahme
Alle vier Modelle verwenden einen 1/2-Zoll-Vierkant. Erforderlich sind ausdrücklich schlagfeste Kraftstecknüsse, meist aus Chrom-Molybdän-Stahl. Normale verchromte Handwerkzeugnüsse können unter den Impulsen reißen oder splittern. Auch Adapter reduzieren Belastbarkeit und können zum Schwachpunkt werden.
- Für Pkw-Räder passende lange oder kurze Kraftnuss in der korrekten Schlüsselweite verwenden.
- Nuss, Vierkant und Sicherungsring regelmäßig auf Verschleiß kontrollieren.
- Keine Drehmomentverlängerung oder beschädigte Adapter verwenden.
- Bei empfindlichen Felgen eine geeignete, kunststoffummantelte Kraftnuss nutzen.
Unsere Einordnung
Für schwere Werkstattarbeit bietet der DeWalt DCF900NT die größten Leistungsreserven. Der Makita DTW1002Z ist eine sehr robuste Alternative für Nutzer des LXT-Systems. Der Bosch GDS 18V-1000 C empfiehlt sich, wenn anpassbare Modi und das Professional-18V-System wichtiger sind als der höchste Maximalwert.
Für gelegentliche Pkw-Radwechsel ist der Einhell IMPAXXO 18/400 oft die vernünftigere Größenklasse: leichter und preiswerter, solange keine extrem festsitzenden Verbindungen gelöst werden müssen. Wer nur zweimal jährlich Räder wechselt, gewinnt durch 1.900 Nm wenig, trägt aber dauerhaft mehr Gewicht und bezahlt ein teureres Akkusystem.
Häufige Fragen
Kann ein 400-Nm-Gerät Radschrauben lösen?
Meist ja, wenn sie korrekt angezogen und nicht stark korrodiert sind. Eine Garantie ist der Zahlenwert nicht; festsitzende Schrauben können einen Hebel, Rostlöser oder ein stärkeres Gerät erfordern.
Warum ist das Lösemoment höher als das Anziehmoment?
Hersteller geben für das Losbrechen einer bereits angezogenen Verbindung häufig einen kurzzeitig erreichbaren Maximalwert an. Dieser Wert darf nicht als kontrollierbares Anziehdrehmoment verstanden werden.
So entstand dieser Ratgeber: Herstellerdaten wurden modellbezogen geprüft, Varianten getrennt und Anzieh- sowie Lösemoment nicht miteinander vermischt. Es handelt sich nicht um einen eigenen Praxistest. Stand: 18. September 2026.