Vier Stromerzeuger mit echten Leistungsunterschieden
Ein mobiler Stromerzeuger kann Werkzeuge, Pumpen, Campingausrüstung oder einzelne wichtige Verbraucher bei einem Stromausfall versorgen. Entscheidend sind nicht die beworbene Maximalleistung, sondern die dauerhaft verfügbare Leistung, der Anlaufstrom des stärksten Geräts, die Art der Spannungsregelung sowie Tankgröße, Laufzeit, Gewicht und Lärm. Die Einordnung basiert auf aktuellen Herstellerangaben; es handelt sich nicht um einen eigenen Praxistest. Preise und Verfügbarkeit können sich ändern.
- Honda EU22i: kompakter Premium-Inverter mit 1.800 W Dauerleistung.
- EcoFlow Smart Generator Dual Fuel: Benzin oder Flüssiggas und direkte Systemanbindung an ausgewählte EcoFlow-Powerstations.
- Einhell TC-IG 2000: preisorientierter Inverter mit zwei 230-V- und zwei USB-Ausgängen.
- Scheppach SG3200x: schwererer AVR-Generator mit 2.500 W Dauerleistung und großem 15-Liter-Tank.
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Honda EU22i: kompakter Inverter für empfindliche Verbraucher
Der EU22i liefert laut Honda 1.800 W Dauerleistung und 2.200 W maximal. Die Inverterregelung ist für Elektronik, Messgeräte oder Ladegeräte interessant, sofern deren Leistungsbedarf einschließlich Einschaltspitze innerhalb der Grenzwerte bleibt. Der 3,6-Liter-Tank reicht bei Nennlast etwa 3,5 Stunden. Mit 21,1 kg lässt sich das gekapselte Gerät noch vergleichsweise gut transportieren.
Honda nennt 71 dB(A) Schalldruck am Arbeitsplatz und 89 dB(A) garantierte Schallleistung. Diese Werte dürfen nicht direkt mit Herstellerangaben verglichen werden, die in sieben Metern Entfernung gemessen wurden. Der EU22i passt zu Nutzern, die Transportmaß, Invertertechnik und eine gekapselte Bauform höher gewichten als möglichst viel Leistung pro Euro. Vor Kauf oder Weiterbetrieb sollte die Seriennummer außerdem mit dem aktuellen Honda-Rückruf abgeglichen werden; betroffene, noch nicht umgerüstete Geräte sollen laut Honda nicht benutzt werden. Herstellerdaten zum Honda EU22i.
EcoFlow Smart Generator Dual Fuel: Benzin, Flüssiggas und Systemladung
Der Dual-Fuel-Generator arbeitet mit Benzin oder Flüssiggas. Mit Benzin nennt EcoFlow 1.800 W Nennleistung und 1.900 W Spitze, mit LPG 1.600 beziehungsweise 1.700 W. Der Benzintank fasst 4 Liter und ermöglicht bei Volllast rund 3,5 Stunden Betrieb. Das Gerät bietet Elektrostart, App-Steuerung, Kohlenmonoxidüberwachung und einen mitgelieferten LPG-Schlauch. Beim Kauf muss die genaue Ländervariante geprüft werden, weil Gasanschluss und Lieferumfang regionsabhängig sind.
Sein größter Unterschied ist die direkte Gleichstromladung kompatibler DELTA Pro, DELTA Max und Power-Kit-Systeme. Automatisches Starten und Stoppen setzt ein solches kompatibles System voraus; eine beliebige Powerstation erhält diese Funktion nicht allein durch einen 230-V-Anschluss. Für reine Direktversorgung bietet er nicht automatisch mehr Leistung als die kompakten 1.800-W-Inverter. Herstellerdaten zum EcoFlow Smart Generator Dual Fuel.
Einhell TC-IG 2000: preisorientierter Inverter mit USB
Der TC-IG 2000 liefert 1.800 W dauerhaft; die 2.000 W Maximalleistung gelten laut Einhell nur kurzzeitig. Sein 4-Liter-Tank ermöglicht bei zwei Dritteln Last eine angegebene Laufzeit von 5,3 Stunden. Zwei 230-V-Steckdosen und zwei USB-Anschlüsse machen ihn flexibel für Camping, Garten oder leichtere Werkzeuge. Das Produktgewicht liegt bei 21,6 kg.
Die Invertertechnik, der Überlastschalter und die Ölmangelsicherung sind für diese Preisklasse sinnvoll. Gegenüber dem Honda fehlt die gekapselte Premiumausführung; gegenüber dem Scheppach ist weniger Dauerleistung vorhanden. Er passt vor allem, wenn 1.800 W ausreichen und USB-Anschlüsse direkt am Generator gewünscht sind. Herstellerdaten zum Einhell TC-IG 2000.
Scheppach SG3200x: mehr Dauerleistung und großer Tank
Der SG3200x liefert 2.500 W Dauerleistung und 2.800 W maximal. Sein 15-Liter-Tank soll bei Volllast rund 9,5 Stunden reichen; Scheppach nennt dafür 1,55 Liter Kraftstoffverbrauch pro Stunde. Zwei 230-V-Steckdosen, Voltmeter, Überlastschutz, Ölwächter und Transporträder gehören zur Ausstattung. Das Nettogewicht von 44,7 kg zeigt jedoch klar: Dieser Generator ist für längeren stationären Einsatz gedacht, nicht für häufiges Tragen.
Der SG3200x nutzt einen synchronen Generator mit AVR-Spannungsregelung, aber keinen Inverter. Das ist für viele robuste Werkzeuge, Pumpen und klassische Verbraucher ausreichend. Für empfindliche Elektronik sollte die Freigabe des Geräteherstellers geprüft oder gezielt ein Invertermodell gewählt werden. Schallleistung und Schalldruck sind auch hier getrennte Messgrößen und nicht mit entfernungsgemessenen Werten anderer Hersteller gleichzusetzen. Herstellerdaten zum Scheppach SG3200x.
Benötigte Generatorleistung berechnen
Für eine belastbare Auswahl werden zuerst alle Geräte notiert, die gleichzeitig laufen sollen. Dann gilt als einfache Planungsregel:
benötigte Dauerleistung = Summe aller gleichzeitig laufenden Verbraucher + Reserve
Zu dieser Summe kommt der höchste Anlaufbedarf eines Motors, Kompressors oder einer Pumpe. Beispiel: Kühlschrank 150 W, Beleuchtung 100 W und Ladegeräte 100 W ergeben 350 W laufende Last. Benötigt der Kühlschrank beim Start kurzzeitig weitere 600 W, muss der Generator diese Spitze zusätzlich verkraften. Da Typenschilder oft nur Nennwerte zeigen, sind Bedienungsanleitung oder Herstellerangaben zum Anlaufstrom entscheidend. Eine Reserve von etwa 20 Prozent verhindert, dass das Aggregat dauerhaft am Limit läuft; sie ersetzt aber keine konkrete Prüfung der Startspitze.
Inverter oder AVR?
- Invertergenerator: erzeugt die Ausgangsspannung elektronisch und regelt die Motordrehzahl bei Teillast häufig herunter. Das ist für wechselnde Lasten und empfindlichere Elektronik meist die passendere Bauart.
- AVR-Generator: stabilisiert die Spannung, arbeitet aber nicht nach demselben Prinzip wie ein Inverter. Er bietet oft mehr Leistung und Tankvolumen fürs Geld und passt eher zu robusten Verbrauchern.
- Maximalleistung: steht nur kurz zur Verfügung. Für längeren Betrieb zählt die Dauer- beziehungsweise S1-Leistung.
Stromerzeuger oder Powerstation?
Ein Verbrennungsgenerator kann mit nachgefülltem Kraftstoff lange Energie liefern, erzeugt aber Abgase, Lärm und Wartungsaufwand. Eine Powerstation um 1.000 Wh arbeitet am Verbrauchsort leise und ohne lokale Abgase, ist nach der gespeicherten Energiemenge jedoch leer. Für kurze Ausfälle, Router, Licht oder Kühlgeräte kann die Batterie angenehmer sein; für Pumpen, Baustellenwerkzeuge oder lange Laufzeiten hat der Generator Vorteile. Ein Hybridsystem verbindet beides, wenn Generator und Powerstation technisch kompatibel sind.
Sicher aufstellen und betreiben
- Verbrennungsgeneratoren ausschließlich im Freien betreiben. Garagen, Keller, Gartenhäuser, Wohnmobile und andere teilweise geschlossene Bereiche sind wegen Kohlenmonoxid ungeeignet.
- Abgase von Fenstern, Türen und Lüftungsöffnungen wegführen; offene Fenster machen einen Innenbetrieb nicht sicher.
- Gerät trocken, standsicher und mit freien Lüftungsflächen aufstellen. Vorgaben zu Erdung, Schutzschaltern und Verlängerungsleitungen aus der Anleitung beachten.
- Niemals über einen selbstgebauten Stecker in eine Haussteckdose zurückspeisen. Eine feste Gebäudeeinspeisung benötigt eine geeignete Umschalteinrichtung und eine Elektrofachkraft.
- Motor abkühlen lassen, bevor Kraftstoff nachgefüllt wird. Benzin und Flüssiggas nur vorschriftsmäßig lagern und transportieren.
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz empfiehlt bei der Stromausfallvorsorge, Herstellerangaben zu beachten, und weist auf den zusätzlichen Schutz durch Kohlenmonoxid-Warnmelder hin. Ein Melder erlaubt jedoch niemals den Betrieb eines Generators in Innenräumen. Hinweise des BBK zum Stromausfall.
Welche Bauart passt?
Der Honda EU22i ist die hochwertige, transportable Inverterlösung. Der Einhell TC-IG 2000 bietet ähnliche Leistung günstiger und ergänzt USB-Ausgänge. Der EcoFlow Dual Fuel lohnt sich vor allem für kompatible EcoFlow-Systeme oder wenn LPG als zweite Brennstoffart wichtig ist. Der Scheppach SG3200x stellt mehr Dauerleistung und Laufzeit bereit, ist aber deutlich schwerer und kein Inverter. Die richtige Wahl ergibt sich aus Dauerlast, Anlaufstrom, Einsatzort und gewünschter Laufzeit – nicht aus der höchsten Werbezahl.
Häufige Fragen
Kann ein Stromerzeuger ein ganzes Haus versorgen?
Mobile Geräte dieser Größe sind für ausgewählte Verbraucher gedacht. Eine feste Hausversorgung erfordert eine geplante Einspeisung, sichere Netztrennung, passende Schutztechnik und eine Elektrofachkraft. Eine improvisierte Rückspeisung ist lebensgefährlich.
Wie viel Reserve sollte eingeplant werden?
Etwa 20 Prozent Reserve über der laufenden Last sind ein sinnvoller Ausgangspunkt. Motoren, Pumpen und Kompressoren können beim Start aber ein Mehrfaches ihrer Nennleistung benötigen. Diese konkrete Startspitze ist wichtiger als eine pauschale Reserve.
Ist ein Invertergenerator immer leise?
Nein. Ein Inverter kann bei Teillast die Drehzahl reduzieren, doch Gehäuse, Schalldämpfung, Last und Messabstand bestimmen den tatsächlichen Geräuschpegel. dB(A)-Angaben sind nur vergleichbar, wenn Messgröße und Entfernung übereinstimmen.
Geht es zuerst um die Grundentscheidung zwischen Akku und Verbrennungsmotor? Der Ratgeber Stromerzeuger oder Powerstation? vergleicht Einsatzgrenzen, Laufzeitplanung und Sicherheitsanforderungen.